Helferkreis – Unterbringung und Herkunft
In der Gemeinde Berg wohnen zur Zeit ca. 230 Menschen mit Flüchtlingsstatus (Stand Feb. 2026, Anzahl Ukraine geschätzt). Wir vom Helferkreis bemühen uns, einen guten Überblick zu behalten, um rechtzeitig und gezielt Hilfe anbieten zu können.

Wo wohnen die Geflüchteten
Die Geflüchteten wohnen entweder in Mietwohnungen im Gemeindegebiet oder im alten oder neuen Teil der zentralen Containerwohnanlage. Gerne würden weitere Personen von der Gemeinschaftsunterkunft in eigene Zimmer oder Wohnungen umziehen, aber wie wir alle wissen ist der Mietmarkt für erschwingliche Wohnungen in unserer Gemeinde extrem schwierig. An den geglückten Umsiedelungen in eine Mietwohnung ausserhalb der Gemeinschaftsunterkünfte sehen wir aber regelmäßig, wie diese neue Situation für die Betroffenen zur echten Selbständigkeit führt.
Die zentrale Wohnanlage hat eine Gesamtkapazität von 156 Plätzen, kann aber wegen der Belegungsregeln (z.B. keine Familie und Einzelpersonen in gemeinsamer Wohnung) nicht vollständig ausgenutzt werden. Im Moment wohnen dort 141 Personen.
Beide Anlagen (Alt und Neu) werden von unterschiedlichen Behörden verwaltet. Die alte Anlage von der Regierung von Oberbayern, die neuen Wohnungen vom Landratsamt Starnberg. Diese stellt auch den/die Verwalter/Verwalterin und den Hausmeister, während die Regierung von Oberbayern die Verwaltung (inkl. Hausmeister) an einen externen Dienstleister (European Homecare) vergeben hat.
An 2-3 Tagen in der Woche sind Flucht und Organisationsberater(Innen) (FIBs) vor Ort. Sie haben ein Büro auf dem Gelände und stehen den Geflüchteten aus allen Wohncontainern zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Die Gemeinde Berg ermöglicht dieses Angebot durch finanzielle Unterstützung der die Beratung durchführenden Organisation (Diakonie).

Herkunftsländer
In unserer Gemeinde haben Geflüchtete aus 13 Ländern dieser Erde (Europa, Asien, Afrika, Südamerika) Zuflucht gefunden. Ihre Beweggründe sind sehr unterschiedlich, ihre Fluchterfahrungen reichen von Busfahrten von der Ukraine bis hin zu lebensgefährlichen Bootsüberfahrten über das Mittelmeer. Jeder Fall ist individuell, jeder Fall ist traumatisch.

Familien und Einzelpersonen
Wir haben kleine und große Familien und wir haben Einzelpersonen. Wir haben Erwachsene und Kinder. Jeder benötigt unterschiedliche Hilfe und tut sich unterschiedlich leicht oder schwer mit seinen Integrationsbemühungen. Gemeinsam ist ihnen der Wunsch, mit uns zusammenzuleben.

Schule und Beruf
Ein Ziel des Helferkreises ist es, jedem Geflüchteten dabei zu helfen, „auf eigenen Beinen zu stehen“, d.h. sie zu befähigen, am Schul- oder Berufsleben teilnehmen zu können. Wir arbeiten eng mit Kitas, Schulen und verschiedenen Bildungsträgern zusammen. Wir freuen uns über das Erreichte.
Die Kinder tun sich erfahrungsgemäß leichter als die Erwachsenen. Sie kommen ihrer Schulpflicht nach und lernen schnell die neue Sprache. Die Schulen – allen voran die Oskar-Maria-Graf Grundschule – bemüht sich erfolgreich um eine Integration und einige der Kinder schafften bereits den Übergang in höhere Schulen und streben ehrgeizige Berufsziele an.
Die Männer sind häufig allein geflüchtet und müssen sich bei uns ein neues Leben aufbauen. Oftmals sind sie nicht ausreichend für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert oder sie bekommen ihre Abschlüsse nicht hinreichend anerkannt. Ein entscheidendes Hindernis ist jedoch immer die fehlende Kenntnis der deutschen Sprache. Fast alle der neu angekommen Männer, überwiegend aus der Ukraine, besuchen Deutsch- und Integrationskurse. Wir sehen den Erfolg dieser Angebote, denn von denjenigen Männern, die auf diese Weise für den Arbeitsmarkt vorbereitet wurden, gehen bereits ca. 80 % einer Erwerbstätigkeit nach. Wir begegnen ihnen in der Gastronomie (Strandhotel, Oskar-Maria-Graf Stüberl, Gasthof zur Post), dem Einzelhandel (Edeka, Rewe), als Briefzusteller (DHL) oder bei anderen Arbeitgebern in Berg (Bäckerei Lidl, Kindergarten, Vinaturell, Flüchtlingsunterkunft) und Starnberg (Altenheim Percha, Friseur Starnberg, diverse Gastronomie, Sicherheitsdienst). Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bedanken bei den lokalen Arbeitgebern für faire Arbeitsverhältnisse, gleichzeitig bitten wir darum, auch weiterhin Arbeitsplätze zu schaffen und anzubieten..
Die Frauen haben andere Hürden zu überwinden. Viele von ihnen sind mit ihren Kindern ohne Ehemann bzw. Vater in eine ungewisse Zukunft aus ihren Heimatländern geflüchtet. Oft sind diese Frauen schulisch und beruflich schlecht qualifiziert und haben ein sehr traditionelles Frauenbild; aber bei vielen von ihnen erleben wir über die Zeit einen Wandel hin zum Wunsch, eigenständig und gleichberechtigt ihr Leben zu gestalten. Sobald wir sie dabei mit Sprachkursen und individuellen Frauentreffen unterstützen, sehen wir zunehmend Beispiele von Frauen, die Berufsausbildungen beginnen oder in den Arbeitsmarkt integriert werden.
Wie gesagt, jeder Fall ist ein Einzelfall und jeder Mensch hat individuelle Bedürfnisse.
Gesetzliche Grundlagen
Wenn Sie aktuelle Statistiken über Migration einsehen möchten oder mehr über Grundleistungen an Asylbewerber erfahren möchten, empfehlen wir nachfolgende Informationsquellen:
