Hecken für die Artenvielfalt
Auch in Berg gibt es sie – Straßenzüge, die Schluchten gleichen, Monokulturen aus Thujen oder Kirschlorbeersträuchern. Warum wählen Menschen diese Pflanzen? Möchten sie den Spaziergängern den Anblick des sich dahinter verbergenden englischen Rasens ersparen, auf dem ein Mähroboter die letzten verbliebenen Insekten vernichtet? Haben wir vergessen, dass eine Hecke aus heimischen Sträuchern nicht nur ästhetisch bereichernd ist, sondern auch Insekten und Vögeln Nahrung und Lebensraum bietet? Währenddessen hat das langweilige exotische Dauergrün weder dem menschlichen Auge noch unserer Tierwelt etwas Positives zu bieten.

Wussten Sie, dass sich zum Beispiel von der heimischen Schlehe 51 Wildbienenarten, 7 Schmetterlingsarten, 149 Raupenarten, 7 Käferarten, 18 Säugetierarten und 20 Vogelarten ernähren? Darüber hinaus bietet sie durch ihre Dornen Vögeln Schutz und wird gerne als Nistplatz verwendet. Die in vielen Gärten zu findende und zur selben Zeit blühende Garten-Forsythie hingegen bildet sterile Blüten ohne Pollen und Nektar aus und ist damit ökologisch vollkommen wertlos.
Die an die Landmaschinen angepasste industrielle Landwirtschaft hat die meisten Hecken aus der Landschaft verbannt und mit ihnen auch Vögel und Insekten. Aufgrund der fortschreitenden Zerstörung wertvoller Naturräume wird der Siedlungsraum immer mehr zum fast einzigen verbliebenen Rückzugsort für seltene und bedrohte Tierarten. Über das Artensterben wird damit auch immer mehr in den Hausgärten entschieden.

Mit der Pflanzung exotischer Sträucher tragen wir zur Reduzierung der Biodiversität bei. Bis zu 90% der heimischen pflanzenfressenden Insekten wird somit die Nahrung entzogen. Weniger nutzbare Pflanzenmasse führt zu weniger Insekten, was wiederum zu weniger Vögeln, Fledermäusen, Igeln und Amphibien führt. Heimische Gehölze hingegen würden unserer Tierwelt das ganze Jahr über einen mehr oder weniger reich gedeckten Tisch bieten. Weißdorn, Faulbaum, Berberitze, Hundsrose, Kornelkirsche sind außerdem auch anspruchsloser und widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen.
Vereinigen wir Schönheit und Funktionalität und machen unsere Gärten zu einem vitalen Bestandteil des lokalen Ökosystems!

